Wärmepumpen-Kuriositäten

Schlauchbruch: eine vieler Wärmepumpen-Kuriositäten


Kleine Fehler, große Folgen: Auch bei der Installation einer modernen Wärmepumpe können so einige Missgeschicke passieren. In den u.g. Beispielen wurde nicht etwa „böswillig“ nachlässig gearbeitet – es sind einfach kleine Fehler passiert, die mehr oder weniger große Folgen hatten. Im Nachhinein sind solche Wärmepumpen-Kuriositäten oft trotzdem zum Schmunzeln …

Fall 1

In ein bestehendes Gebäude mit Fußbodenheizung wurde eine Luft-Wasser-Wärmepumpe montiert. Die Anlage lief problemlos, bis der Kunde nach der ersten Heizperiode die Stromrechnung erhielt. Diese belief sich auf ca. 4.500 Euro. 
– Was war da los? 
Der Bivalenzpunkt für den elektrischen Heizstab mit einer Leistung von 3 kW, war auf 20°C Außentemperatur eingestellt. Bei einer Außentemperatur unter 20°C lief also der Heizstab mit. Der „richtige“ Bivalenzpunkt hätte bei -2°C gelegen. 
– Kleiner Fehler, 4.500 Euro Stromkosten!

Fall 2

Ein Ölkessel wurde durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzt. Die Anlage lief problemlos, bis Außentemperaturen von 2°C bis -2°C auftraten. Der Kunde berichtete, dass die Wärmepumpe es nicht schaffe, die Vorlauftemperatur auf das nötige Niveau zu bringen. Der Kunde vermutete, dass die Wärmepumpe zu gering dimensioniert sei. 
– Was war da los? 
Es fehlte der Pufferspeicher. Der Verdampfer der Wärmepumpe vereiste bei den o.a. Außentemperaturen und ging häufig in die Enteisung. Aufgrund des fehlenden Pufferspeichers gab es keine Rücklage und die Vorlauftemperatur fiel drastisch ab. Nach Einbau eines Pufferspeichers war das Problem gelöst.
– Kleiner Fehler, kalte Wohnung!

Fall 3

Ein Effizienzhaus mit Luft-Wasser-Wärmepumpe in Split Ausführung wurde im Jahr 2023 bezogen. Der Nutzer bemängelte vor allem die zu geringe Warmwasserleistung. Im Winter musste sich die Familie entscheiden, ob man vormittags duscht oder das heiße Wasser Geschirrspülen nutzen möchte. Eine Nutzung der Badewanne war nicht möglich. Mehrere Termine zur Problembeseitigung blieben erfolglos, die Anlage ging nicht in Störabschaltung und arbeitete unauffällig. Der Hausinstallateur mutmaßte, dass der Warmwasserbereiter zu klein oder der Kunde verrückt sei. 
– Was war da los? 
Ein Bogen in der gedämmten Sauggasleitung war derart verformt, dass nur noch 20% des Querschnitts vorhanden war. Durch den hohen Modulationsbereich der Wärmepumpe ging diese nicht auf Störung, sondern reduzierte entsprechend der Druckverhältnisse die Leistung im Kältemittelkreis.
– Kleiner Fehler, keine Dusche!

Eisbildung: Wärmepumpen-Kuriositäten

Fall 4

In einem Neubau wurden zwei Luft-Wasser-Wärmepumpen montiert. Die Anlage wurde vom Werkskundendienst des Herstellers in Betrieb genommen. Gleich im ersten Winter brachte die Wärmepumpe die umliegenden Bauteile zum Einfrieren. 
– Was war da los? 
Die Luft-Wasser-Wärmepumpen für die Außenaufstellung wurden in einem Aufstellraum montiert. Es fehlten Zu- oder Abluftkanäle, nur zwei Gitter lagen vor der Ausblasseite der Wärmepumpen. Ab einer gewissen Außentemperatur wurden die angrenzenden Bauteile mit Eis bedeckt und die Wärmepumpen mutierten zum Stromfresser, da Teile der abgekühlten Abluft immer wieder angesaugt wurden.
– Kleiner Fehler, gefrorene Hauswände!

Fall 5

In einem Innenhof wurde eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einem bestehenden Gasbrennwertkessel kombiniert. Auch hier wunderten sich die Kunden über die Eislandschaft sowie über die allzu hohen, nur noch über Fensterlüftung regelbaren Innentemperaturen. Beim Ortstermin traf ich auf Heizungsbauer und Werkskundendienst des Herstellers und lauschte der Diskussion zwischen Werkskundendienst und Heizungsbauer, die sich den Fehler nicht erklären konnten. 
– Was war da los? 
Die Ausblasseite zeigte zur Wand und die Ansaugseite zum Hof. Dadurch vereisten die angrenzenden Bauteile und der montierte Außenfühler in dem Bereich maß eine etwa 6°C geringere Außentemperatur als die reale. Darauf angesprochen fiel es Heizungsbauer und Werkskundendienst wie Schuppen von den Augen …
– Kein kleiner Fehler!

Fall 6

In einem öffentlichen Neubau verursachte eine Luft-Wasser-Wärmepumpen-Kaskade überhöhte Heizkosten und erheblichen Lärm. 
– Was war da los? 
Auch hier standen die Wärmepumpen mit der Ausblasseite zum Gebäude und kühlten die Fassade bis zur Eisbildung aus. Auch Außenfühler an der Fassade wurde heruntergekühlt, so dass die Wärmepumpen über die reale Anforderung hinaus liefen. Das Planungsbüro gab an, diese Aufstellung bewusst gewählt zu haben, da andernfalls der angrenzende Weg hätte zufrieren können (was bei genauerer Betrachtung haltlos war).
– Kein Fehler, sondern Absicht!


Haben Sie ähnliche Wärmepumpen-Kuriositäten erlebt?
Ich freue mich über Ihre Geschichte: info@ferdinandschurz-sv.de

Wärmepumpe gut erklärt
Ja zur Wärmepumpe
Eine PV-Anlage auf dem Dach unterstützt die Wärmepumpe
Besprechung im Büro


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