Hydraulischer Abgleich – Fluch oder Segen?

Hydraulischer Abgleich – Fluch oder Segen? Der hydraulische Abgleich: Ein alter Heizkörper muss ggf. umgerüstet werden, um ihn durchzuführen


Hydraulischer Abgleich – Fluch oder Segen? Als Installateur war der Hydraulische Abgleich lange Zeit eine fragwürdige Angelegenheit für mich. Die unter anderem durch Hersteller propagierten möglichen Einsparungen von 25% im Bestand in funktionierenden Systemen konnte ich nie erreichen. Im Gegenteil, allzu oft hagelte es Reklamationen über unzureichende Temperaturen, obwohl doch vorher alles „super“ funktioniert hatte … Inzwischen sehe ich die Sache ein wenig anders.

Temperaturen raumweise besprechen

Unabhängig davon, dass bei einer KfW-Förderung der Hydraulische Abgleich eine Voraussetzung für die Förderung ist, empfehle ich unbedingt, beim Einbau einer Wärmepumpe einen hydraulischen Abgleich durchzuführen. Keinesfalls sollte eine Norminnentemperatur für Wohnräume von 20°C als Grundlage für die Berechnung zugrunde gelegt werden. Besser ist es, mit den Nutzern die gewünschten Temperaturen raumweise zu besprechen, so dass böse Überraschungen ausbleiben.

Berechnung von raumweiser Heizlast und Vorlauftemperatur

Es wird nicht nur die raumweise Heizlast nach DIN EN 12831 berechnet – diese Heizlastberechnung ist meines Erachtens für die Auslegung einer Wärmepumpe zwingend notwendig. Über die daraus resultierende Berechnung ergibt sich auch die Vorlauftemperatur,die das System „braucht“, da sie sich immer an dem „schwächsten“ Heizkörpern orientiert. Hiernach richtet sich die Systemeinstellung. Sollte die Temperatur über dem Niveau des wirtschaftlichen Betriebs einer Wärmepumpe liegen, bleiben zwei Möglichkeiten: Der Heizkörper wird durch einen größeren ersetzt oder die Minderleistung wird ignoriert bzw. akzeptiert, weil es sich bei dem problematischen Raum vielleicht um ein Schlafzimmer handelt, das mit geringerer Raumtemperatur auskommt.

Wärmeerzeuger und Umwälzpumpe nicht vergessen!

Sämtliche Berechnungen und Einstellungen müssen sorgfältig durchgeführt werden. Nicht selten wird der Hydraulische Abgleich zwar auf dem Papier durchgeführt (z.B. durch automatisierte Ventile), der Wärmeerzeuger und die Umwälzpumpe aber bei den Einstellungen vergessen. Oft wird nicht erkannt, dass Heizkörper zu klein dimensioniert sind. Mit einer korrekten Berechnung sind die Schwachstellen schnell erkannt und können unproblematisch beseitigt werden.

Hydraulischer Abgleich – Fluch oder Segen?

Eine PV-Anlage auf dem Dach unterstützt die Wärmepumpe

Mittlerweile bin ich ein „Fan“ des Hydraulischen Abgleichs, da hier mögliche Problemzonen erkannt und beseitigt werden können. 

Übrigens: Auch Einrohrheizanlagen müssen abgeglichen werden. Dies erfolgt allerdings nicht heizkörperweise, sondern hier ist die Anlage abschnittsweise abzugleichen. Ob Einrohr oder nicht, gerne helfe ich bei der kurz-, mittel- und langfristigen Planung und Abwicklung – gemeinsam finden wir die optimale Lösung für Sie!


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Deutsche Energieagentur dena
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Bundesförderung für Energieberatung
www.bafa.de

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