
Ist die Trinkwasserhygiene im Ausland mit unserer vergleichbar? In Deutschland trinken wir bedenkenlos Leitungswasser aus dem Hahn – zurecht! Unter anderem Dank Trinkwasserverordnung können wir uns darauf verlassen, dass die Qualität des Trinkwassers, wie es vom Versorger geliefert wird, das am besten geschützte Lebensmittel ist. Das Wasser muss frei von Krankheitserregern und Gerüchen sowie genusstauglich sein. Die Trinkwasserverordnung ist nationales Recht, die im Kern der Umsetzung europäischer Vorgaben dient. Hier gilt die EU-Richtlinie 2020/2184 (Trinkwasserrichtlinie). Diese EU-Richtlinien gelten nicht unmittelbar, sondern binden die Mitgliedstaaten hinsichtlich des zu erreichenden Ziels.
Tafelwasserverordnung – fun fact
Die Anforderungen der Trinkwasserverordnung sind strenger als die der Tafelwasserverordnung! Die Qualität des Trinkwassers, wie es vom Versorger geliefert wird, ist also unter Umständen höher als die des Wassers, das wir in Flaschen kaufen!
Jedoch sollten wir das Leitungswasser nicht in allen EU-Ländern bedenkenlos verzehren. Auch wenn die Versorger das Trinkwasser in entsprechender Qualität liefern, kann hinter dem Wasserzähler die hauseigene Installation durch Stagnation oder veraltete Leitungen eine Beeinträchtigung verursachen. Trinkwasserhygiene im Ausland – ob in Südfrankreich, der Türkei, Ägypten oder in der Karibik: Gerade in südlichen Ländern sehen wir nicht selten Trinkwasserleitungen in der prallen Sonne an den Fassaden oder Warmwasserspeicher auf den Dächern. Der Temperaturbereich zwischen 25°C und 55°C ist eine Komfortzone für Bakterien. Diese Temperaturen sollten vor allem im stehenden Wasser vermieden werden.
Stagnation, also stehendes Wasser, kann grundsätzlich die Trinkwasserqualität negativ beeinflussen. Steht Wasser zu lange in einem Leitungssystem, bilden sich Bakterien und die Bestandteile des Rohrleitungsmaterials werden vom Trinkwasser aufgenommen.
Vorsichtsmaßnahmen
Wie lange in einer Urlaubsunterkunft das Trinkwasser in den Leitungen stagniert, lässt sich von außen natürlich schlecht beurteilen. Sicherheitshalber empfehle ich bei Unsicherheit vor dem ersten Verzehr – und vor der ersten Dusche – an sämtlichen Zapfstellen das Wasser auf der kalten Seite so lange laufen zu lassen, bis es angenehm kühl aus der Leitung kommt, so dass man davon ausgehen kann, dass es sich um „frisches“ Wasser handelt. Auch auf der warmen Seite sollte man das Wasser einmal so lange laufen lassen, bis es richtig heiß ist. So wird das stehende Wasser aus der Leitung gespült.
Außerhalb der EU gelten andere Regeln – das Leitungswasser wird nicht immer genussfähig aufbereitet. Auf den Internetseiten des CDC (Centers for Disease Control and Prevention (www.cdc.gov) oder des Gesundheitsamts befinden sich Informationen, in welchen Ländern Vorsicht geboten ist. Darüber hinaus macht es Sinn, Hotelbetreiber oder Vermieter zu fragen, inwieweit das Leitungswasser verzehrt werden darf.
Weist das Wasser folgende Anzeichen auf, sollte es nicht verwendet werden:
Trübung
Partikel
Geruch
In einigen Ländern wie den USA wird das Trinkwasser gechlort, was zwar einen unangenehmen Geruch verströmt und einen ungewohnten Geschmack verursacht. Hier sollte man aber davon ausgehen, dass sich keine krankheitserregenden Bakterien im Trinkwasser befinden.
Laut WHO werden 80% aller Reiserkrankungen durch verunreinigtes Trinkwasser verursacht
Grundsätzlich sollte bei Ankunft im Reisedomizil das Wasser an jeder Zapfstelle derart lange ablaufen, bis „frisches“ Wasser aus der Leitung kommt.






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Weitere Informationen
Centers for Disease Control and Prevention
www.cdc.gov
