
Hygienerisiko Klein-Durchlauferhitzer? Der Klein-DLE gilt in Planung und Ausführung als elegante Lösung, geringe Mengen Trinkwasser ohne Beeinträchtigung der Trinkwasserqualität dezentral zu erwärmen. Jüngst gab es jedoch folgenden Fall in einem mit Klein-DLEs ausgestatteten Neubau: Nach Übergabe stagnierte das Trinkwasser in den Leitungen, da die Zuständigkeit des Wasseraustauschs nicht geklärt war. Folglich war die nötige Trinkwasserqualität nicht mehr gegeben. Hier wurde das Trinkwasser auch hinter den Klein-DLE auf mikrobiologische Parameter kontrolliert, und nach einigen Entnahmen wurden die Klein-DLE als Ursache / Niststätte der Bakterien identifiziert. Bedingt durch die vorhandene eingeschliffene Installation konnten sich die Bakterien in der Installation ausbreiten.
Betreiber der Trinkwasserinstallation verantwortlich
In der Regel wird die Trinkwasserqualität hinter Klein-Durchlauferhitzern nicht kontrolliert. Erst bei Verdacht auf eine Kontamination durch den Durchlauferhitzer wird eine Probenahme vor und nach dem Bauteil empfohlen, um die Kontaminationsquelle einzugrenzen (DVGW W 551-4, Abschnitt 8.6.3). Trotzdem müssen nach Trinkwasserverordnung die mikrobiologischen Parameter im Trinkwasser an jeder Entnahmestelle eingehalten werden. Der Betreiber der Trinkwasserinstallation ist ab Hauptabsperrvorrichtung bis Entnahmestelle verantwortlich für die Einhaltung der Trinkwasserqualität.
Hygienerisiko Klein-Durchlauferhitzer – stimmt das?
Ein Klein-DLE erwärmt Trinkwasser dezentral im Durchflussprinzip. Das Gerät wird erst aktiviert, wenn ein bestimmter Mindestdurchfluss (Einschaltmenge) erreicht wird. Unterhalb dieser Einschaltmenge findet keine Erwärmung statt – das Wasser steht im Gerät oder fließt ohne Erwärmung durch. Die Merkmale von Klein-Duschlauferhitzern sind eine geringe Heizleistung (meist 3,5 kW), daraus resultierend niedrige Durchflussmengen und geringe Temperaturen. Der Temperaturbereich zwischen 25°C und 55°C ist optimal für die Vermehrung von Bakterien. Klein-DLE erzeugen aufgrund ihrer geringen Heizleistung Auslauftemperaturen genau in diesem Bereich (ca. 38°C).
Die geringe Fließgeschwindigkeit innerhalb eines Klein-DLE sorgt dafür, dass sich eventuell eingenistete Bakterien nicht wie bei einer schnell auslaufenden Zapfstelle einfach wieder ausspülen lassen. Dies bestätigt auch die Vorgabe des DVGW Arbeitsblatts W551-3 „Reinigung und Desinfektion“. Unter Punkt 6.4 „Reinigung von Apparaten und Bauteilen“ sind dezentrale Durchflusstrinkwassererwärmer und Membrandruckbehälter nicht oder nur mit hohem Aufwand zu reinigen.
Ein Austausch ist bei Verkeimung zweckmäßig!
Fazit: Aus hygienischer Sicht ist der Einsatz von Klein-DLE nicht immer unkritisch. Bei Auffälligkeiten in der Trinkwasserqualität sollte das Wasser hinter den Klein-DLEs kontrolliert und diese ggf. ausgetauscht werden.
Grenzwerte und weitere Informationen

Der Betreiber einer Trinkwasserinstallation ist ab Hauptabsperrvorrichtung bis Entnahmestelle für die Einhaltung der Trinkwasserqualität verantwortlich. Ein Klein-DLE ist ein Apparat innerhalb dieser Installation. Das Trinkwasser, das ihn durchfließt und an der Entnahmearmatur austritt, muss den Anforderungen der TrinkwV entsprechen (§ 10 i. V. m. § 41 TrinkwV). Laut Empfehlung vom Umweltbundesamtes „Hygienisch-mikrobiologische Untersuchungen im Kaltwasser“ Punkt 3.4.2 erfolgt die Probennahme vorzugsweise an der Übergabestelle in jedem einzelnen Gebäude sowie an Stellen, die den Charakter der Hausinstallation widerspiegeln. Nach VDI 6023 Punkt 5.4.3.3 „Befüllung an repräsentativen endständigen Entnahmestellen“ ist eine Prüfung der Wasserbeschaffenheit zu empfehlen. Erst bei Verdacht auf eine Kontamination durch den Klein-DLE wird eine Probenahme vor und nach dem Bauteil empfohlen, um die Kontaminationsquelle einzugrenzen (DVGW W 551-4, Abschnitt 8.6.3).
Stagnation
Nicht regelmäßig durchflossene Leitungen und Apparate begünstigen das Wachstum von Mikroorganismen (DVGW W 551-2, Tabelle S. 21; VDI 6023 Blatt 1, Abschnitt 4).
Kritischer Temperaturbereich
Kaltes Trinkwasser > 25°C und erwärmtes Trinkwasser < 55°C bieten optimale Vermehrungsbedingungen für Krankheitserreger (DVGW W 551-2, Tabelle S. 21: „Kritischer Temperaturbereich: kaltes Trinkwasser > 25°C, erwärmtes Trinkwasser im Zirkulationssystem < 55°C”).
Biofilmbildung
Nicht für den Trinkwasserbereich geeignete Materialien und Werkstoffe in Bauteilen und Apparaten begünstigen die Ansiedlung und Vermehrung von Keimen (DVGW W 551-4, Abschnitt 4.2). Alle Maßnahmen zur Reduzierung von Mikroorganismen haben nur dann dauerhaften Erfolg, wenn die Entstehung und das Wachstum von Biofilmen verhindert werden (VDI 6023 Blatt 1, S. 33).
Ungeeignete Werkstoffe/Materialien
Die Verwendung nicht für den Trinkwasserbereich geeigneter Materialien in Bauteilen, Dichtungen und Schläuchen ist ein bekannter begünstigender Faktor (DVGW W 551-4, Abschnitt 4.2).
Bei Rückfragen zur Trinkewasserhygiene in Ihrem Objekt kommen Sie jederzeit gerne auf mein Büro zu!
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